Bundesrat muss jetzt Prämienschub stoppen
Mittwoch, 25. August 2010 10:00
Die Grundversicherung krankt an staatlich garantierten Preisen und Tarifen ohne transparente Qualität und ohne Mengenbeschränkungen. In dieser riesigen geschützten Werkstatt profitieren nicht in erster Linie die Patienten, sondern die Ärzte, Apotheker, Spitäler und Pharmaindustrie, die sich mit zu vielen und zu teuren Behandlungen, Medikamenten und Medizinaltechnik auf dem Buckel der Prämien- und Steuerzahlenden bereichern, ohne den Patienten für das einkassierte Geld einen entsprechenden Mehrwert zu bieten.
Die Profiteure leisten sich ein Heer von Lobbyisten, das uns Parlamentarier von links bis rechts bearbeitet und uns stets das Wohl der Patienten vorgaukelt. Doch wer Reformen verhindert, fährt unser Gesundheitswesen an die Wand. Unsere Kinder werden dann rationierte Staatsmedizin bekommen. Die Gutbetuchten werden sich im florierenden privaten Sektor behandeln lassen. Das Parlament hat es versäumt, mit Sofortmassnahmen das Kostenwachstum der medizinischen Leistungen zulasten der Grundversicherung zu bremsen. Deshalb ist nun der Bundesrat gefordert: Er muss mit Sofortmassnahmen die drohenden Prämienerhöhungen 2011 und 2012 verhindern. Zum Beispiel indem er das vom Parlament bereits breit diskutierte Verbot von Telefonwerbung und Maklerprovisionen in der Grundversicherung unter Anwendung von Notrecht per Januar 2011 verbietet. Nur so können die zum Teil langfristigen Verträge mit den Call-Centern und den Maklern sofort aufgehoben werden. Und nur so kann die teure Jagd auf gute Risiken mit Grundversicherungsprämien via Comparis- und Maklerprovisionen gestoppt werden.
Weiter soll der Bundesrat für Transparenz sorgen: Leistungserbringer, die den Versicherern die erforderlichen Leistungs- und Kostendaten nicht oder nicht vollständig liefern, verlieren nach zwei Warnungen beim dritten Verstoss das Privileg des Vertragszwangs und dürfen von den Krankenversicherern als Grundversicherungs-Vertragspartner ausgeschlossen werden. Ausserdem soll der Bundesrat die hohen Vertriebsmargen bei Medikamenten auf das Selbstkostenniveau der Spitäler, Apotheken und Ärzte senken. Damit verschwinden endlich die Anreize, zu viele und zu teure Medikamente zu verschreiben. Spitäler, Ärzte und Apotheker sollen nicht mit Margen Geld verdienen, sondern mit medizinischen Leistungen.
Thema: Bund, Liberale Gesellschaft | Kommentare (0)











