Zweiklassengesellschaft auf Autobahnnen
Mittwoch, 23. Juni 2010 7:50
SVP Nationalrat von Rotz bringt sich mit der Idee, der Schaffung einer Expressspur gekonnt in die Medien. Weniger gekonnt ist seine Argumentation dazu und ganz ausgeblendet hat er offensichtlich die gesellschaftspolitische Dimension seines Vorschlags zur Einführung einer “Luxusvignette”.
Geld für den Nationalstrassenbau über eine Erhöhung des Vignettenpreises zu beschaffen finde ich auch unsympatisch, im Ansatz aber aus Sicht des Verursacherprinzips wohl richtig. Die Idee, eine Zweiklassengesellschaft auf Nationalstrassen einzuführen finde ich dagegen eine Provokation. Die Aussage, am System mit den zwei Klassen in den Zügen störe sich auch niemand, kann nicht auf die Strasse übertragen werden. Im Zug fahren alle mit der gleichen Infrastruktur und kommen auch zur gleichen Zeit ans Ziel. Bei der Expressspur würde öffentlicher Raum der Allgemeinheit entzogen und einer exklusiven Klasse, zum Nachteil aller anderen, zur Verfügung gestellt.
Ich versuche mir vorzustellen, wie kompliziert die Um- und Durchsetzung dieser Expressspur in der Praxis aussehen würde. Es ist zu hoffen, dass bereits eine Auflistung der damit verbundenen Umsetzungsmassnahmen so dass lang sein wird, dass Herr von Rotz diese Idee schon morgen fallen lässt. Damit könnten wir uns dann auch die gesellschaftspolitische Diskussion ersparen.
Thema: Bund, Leserbriefe, Liberale Umwelt | Kommentare (1) | Autor: Robert Kueng


