Werte leben, nicht Zusammenhalt verordnen

Ich reibe mir die Augen. Der Kanton Luzern will als erster und einziger in der Schweiz Eigenverantwortung, Gemeinsinn und gesellschaftlichen Zusammenhalt von Staates wegen fördern. Wir Jungen brauchen dieses Gesetz nicht, der Zusammenhalt funktioniert bei uns ausgezeichnet. Wir sind in Vereinen und Organisationen aktiv, pflegen Freundschaften, gehen zusammen in den Ausgang und treiben gemeinsam Sport.

Integration und Chancengerechtigkeit werden bei all diesen Gelegenheiten automatisch gelebt. Schwächere werden von Stärkeren unterstützt, Schweizer und Ausländer kämpfen im Sportclub zusammen für den Sieg. Wir sind deshalb weder auf Förderprogramme noch auf Leitbilder und Handlungsstrategien vom Kanton angewiesen.

Was die Jungen wirklich brauchen, ist Vertrauen. Wir müssen spüren, dass wir in der Gesellschaft unseren Platz haben, man unsere Anliegen und Ängste ernst nimmt und wir auf eine sichere Zukunft mit genügend Arbeits- und Ausbildungsplätzen und einer intakten Umwelt bauen dürfen. Genauso wichtig sind verbindliche Werte, um sich daran zu orientieren. Ist dies gegeben, sind die jungen Menschen bereit, Verantwortung zu übernehmen. Für sich und für die Gesellschaft. Mit einem Gesetz ist dieses Ziel bestimmt nicht zu erreichen.

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Datum: Dienstag, 18. Mai 2010 9:01
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