Zentrale Lehrabschlussfeier hätte Prüfung nicht bestanden
Kurz und bündig „leider Nein“ könnte man die Diskussion um die zentrale Lehrabschlussprüfung vom letzen Dienstag im Kantonsratssaal umschreiben. Bis jetzt wurden die an verschiedenen Standorten, von höchst unterschiedlicher Art und Weise die Lehrabschlussprüfungen organisiert. Dabei gab es rundum glückliche Gesichter. Das Projekt zentrale Diplomfeier kam jedoch sehr kurzfristig und mit wenig Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl aus dem Hause der Dienststelle für Berufsbildung.
Obwohl ich eigentlich eine sehr offene und aufgeschlossene Person bin und Neuerungen vielfach positiv gegenüberstehe, kann ich der scheinbar deutlichen Verbesserung, die das neue Konzept mit sich bringt, wenig bis gar nicht’s abgewinnen. Ich befürchte genau das Gegenteil. Viel anonymer, viel mehr Beteiligte, grössere Logistikprobleme und sicher nicht günstiger. Um DER oder DIE, die es schlussendlich bei dieser Veranstaltung geht und es verdient hat einmal im Mittelpunkt zu stehen, auch ohne Ehrenmeldung, geht leider in der grossen Masse unter.
Was mich besonders bedauerlich stimmen würde, wenn aus Gründen der Anonymität und grossen Anzahl, die Lehrabsolventinnen- und Absolventen der Feier fernbleiben würden.
Auch so können Massenveranstaltungen in der Anzahl reduziert werden. Ist dies aber Sinn und Zweck, dieser neuen Ausrichtung?
Was ich aber grundsätzlich unterstütze ist, dass die rund 1’000 Lehrnenden die bisher nicht in den Genuss einer Feier kamen, integriert werden und ihnen ebenfalls die Diplome würdig überreicht werden. Da jetzt die zentrale Lehrabschlussfeier bereits ziemlich organisiert ist, und die ganze Verteilung auf die eigentlichen Standorte wiederum mit grossem Aufwand verbunden wäre, bin ich bereit dem Ganzen eine Chance zu geben. Erst recht nach Rücksprache mit der Berufsschule Willisau, wo mir versichert wurde, dass eine Schulschluss-Feier im würdigen Rahmen stattfinden wird.
Ich wünsche mir aber, dass die Regierung und die Verantwortlichen der Berufsbildung, dieses Anliegen das von mehreren Seiten kam, nach den Sommerferien nochmals aufnimmt und nicht erst hinterfragt nach zwei/drei Jahren, wo doch jetzt schon zu Beginn der Umsetzung grossen Widerstand und erklärbare Probleme spürbar sind.
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Montag, 29. März 2010 8:19
Die zentrale Lehrabschlussfeier birgt für mich ein grosses Problem: Die Anerkennung und Wertschätzung!
In einer Zeit der akademisierung und gleichzeitigen Problematik der Jugendarbeitslosigkeit ist es enorm wichtig, dass man Absolventen von Berufslehren gebührend feiert und ihnen das verdiente Gefühl der Wertschätzung gibt. Dies ist mittels einer zentralen Feier schlicht und einfach nicht möglich. Es mag komisch tönen, jedoch ist bereits eine persönliche Übergabe durch eine Persönlichkeit eine grosse Ehre.
Oder wie würden wohl Carlo Janka, Simon Ammann, Fabian Cancellara und Co. reagieren, wenn sie ihre Medaillen künftig auf dem Sekretariat abholen könnten?