Stopp dem Rentenloch!

Zur Abstimmung vom 7. März 2010 „Anpassung des Mindestumwandlungssatzes“

Die Annahmen, auf denen der heutige Mindestumwandlungssatz beruht, sind längst überholt. Dafür gibt es zwei Gründe: Die Lebenserwartung steigt und die Renditeerwartungen sinken. Eine Trendwende ist nicht absehbar. Das bedeutet, dass mehr Geld aus der 2. Säule fliesst, als je von den Rentnern angespart wurde. Das funktioniert auf die Dauer nicht. Auch eine Pensionskasse kann längerfristig nicht mehr auszahlen, als sie einnimmt. Mit einem zu hohen Umwandlungssatz ist das angesparte Kapital vor dem Lebensende aufgebraucht. Weil die Rentenhöhe aber lebenslang garantiert ist, müssen die Erwerbstätigen in die Bresche springen und die entstandenen Löcher stopfen. Ist es richtig, dass damit die aktiven Versicherten, also die Erwerbstätigen die entstandenen Löcher stopfen müssen? Eine solche Umverteilung von Jung zu Alt ist aus meiner Sicht nicht fair und in keiner Weise nachhaltig.

Bereits gesprochene Renten sind lebenslang garantiert. Wer also bereits eine Rente erhält, wird diese weiterhin so bekommen wie bisher. Es geht nur darum, die Leistungen für Neu-rentner an die höhere Lebenserwartung und an die tieferen Renditen auf dem Kapitalmarkt anzupassen. Andere Behauptungen und auch die Polemik um die Verwaltungskosten sind populistisch gefärbt und nicht lösungsorientiert. Die Verwaltungskosten und die Kosten für den Sicherheitsfonds reduzieren den Umwandlungssatz nur um ca. 0,2 Prozent. Dass die Kosten für die Verwaltung möglichst tief zu halten sind, ist selbstverständlich. Dies reicht aber bei Weitem nicht, um trotz zu hohem Umwandlungssatz die Kassen auf einer gesunden Finanzierungsbasis zu halten. Die heutigen strukturellen Probleme haben auch nichts mit den kurzfristigen Entwicklungen der Aktienmärkte zu tun, wie zum Teil behauptet wird.

Übernehmen wir also die Verantwortung für unsere Pensionskassen. Lassen wir uns nicht mit populistischen Argumenten übertölpeln und stimmen am 7. März 2010 überzeugt Ja zum fairen Umwandlungssatz!

 Josef Langenegger, Kantonsrat FDP.Die Liberalen, Malters

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Datum: Montag, 8. Februar 2010 14:00
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