Wieso nicht Urs Schwaller?

Didier Burkhalter wird neuer Bundesrat und Urs Schwaller bleibt einmal mehr auf der Strecke. Angenommen diese Prognose würde eintreffen, müsste man sich zwangsläufig fragen: Wieso nicht Urs Schwaller?

Urs Schwaller, der Freiburger Ständerat, CVP-Fraktionschef und eines der bekanntesten Gesichter im Bundeshaus war bei vergangenen Bundesratswahlen stets im Gespräch und doch hat er noch keine Wahl verloren. Weil er nicht kandidierte!

5 Gründe wieso Urs Schwaller dieses Mal antreten und verlieren wird:

  1. Das Alter
    Mit 57 Jahren kann Urs Schwaller die erwünschte Verjüngung des Bundesrats schlicht und einfach nicht erfüllen. Didier Burkhalter ist mit 49 Jahren ganze 8 Jahre jünger!
  2. Die Partei
    Die CVP hat einen aktuellen Wähleranteil von 14,5 Prozent. Wir rechnen mit einer fiktiven Zahl von 4 Mio. Stimmberechtigten und kommen auf folgendes Ergebnis: Die CVP wählen 580′000 , die FDP 708′000 Schweizerinnen und Schweizer. Eine Differenz von 128′000 Wählerinnen und Wähler zeigt klar, welche der beiden Parteien die grössere Wählerkraft besitzt – und Anspruch auf zwei Sitze in der Regierung hat.
  3. Die Taktik
    Schwaller ist seit mehreren Jahren im Gespräch als Bundesrat und doch ist er nach wie vor Ständerat. Während die FDP zwei neue Bundesratsaspiranten bringt, setzt die CVP einmal mehr auf ihren „ewigen Kandidaten“ Schwaller und wird ihn (mit aller Wahrscheinlichkeit) als einzigen Kandidaten bringen. Man hat in den letzten Jahren gesehen, wie gut Zweiertickets in der Bundesversammlung ankommen, da wird Schwaller als „Einerticket“ nicht gut dastehen.
  4. Schwaller’s „Spielchen“
    Unvergessen bleibt die Abwahl Blocher’s und genau so unvergessen die Rolle von Urs Schwaller. Er war eine der Hauptpersonen dieser Mission und ist spätestens seit diesem Zeitpunkt für die SVP (die grösste Fraktion mit 65 von 246 Stimmen) ein rotes Tuch.
  5. Die bevorstehenden Wechsel
    Es ist zu erwarten, dass in nächster Zukunft weitere Bundesratswahlen anstehen werden. Dabei wird insbesondere die SP auf bürerliche Stimmen angewiesen sein und ist deshalb schlecht beraten, die FDP anzugreifen, respektive mit der CVP zusammenzuspannen
    .

Da die meisten Politologen, Korrespondenten im Bundeshaus und Experten nicht wagen, eine Prognose zu stellen: Meine Prognose für den 16. September 2009. Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf Rennen wird sich Didier Burkhalter durchsetzen und die Wahl gewinnen. Urs Schwaller wird zum ersten und letzten Mal verlieren, da er danach kaum noch (insbesondere wegen des Alters) in Frage kommen wird.

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Datum: Mittwoch, 2. September 2009 10:00
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