Hans Rudolf Merz im Kreuzfeuer

Wenn eine Schweizer Bürgerin oder ein Schweizer Bürger irgendwo auf der Welt zu Unrecht festgehalten wird, ist es die Aufgabe des Bundesrates alles Denkbare zu versuchen, um diese Festgehaltenen frei zu bekommen. Der Stolz darf in einer solchen Angelegenheit nicht über die Vernunft siegen.

Nun hatte Bundespräsident Hans-Rudolf Merz den Mut und die Entschlossenheit etwas für die Freiheit der zwei in Libyen festgehaltenen Schweizer zu unternehmen. Taten statt Worte. Typisch Merz. Die Kritik, die nun an Merz aufkommt, ist groteskerweise so unverständlich wie typisch für die Politik in unserem Land. Wenn man wirklich wollte, könnte man die Reise nach Tripolis in das Zentrum rücken. Die Sache wäre die Freilassung der beiden Schweizer Geiseln. Für die hat sich Merz eingesetzt und wie er selbst sagt, trägt er für die Reise nach Tripolis die volle Verantwortung. Die couragierteste Äusserung eines Bundespräsidenten seit langem. 

Der Gipfel der Frechheit bildet sicherlich der respektlose und fern von jedem Anstand platzierte Frontalangriff durch den Schwyzer CVP Nationalrat Reto Wehrli „Das man diesen Siech nicht mehr als tragbar anschaut“. Den Bundespräsidenten als Siech zu bezeichnen ist eines Nationalrates nicht würdig. Die Aussage zeigt einmal mehr den wahren Charakter der CVP Bundeshausfraktion.

Micheline Calmy-Rey soll seit Monaten mit der Bearbeitung des Dossiers beschäftigt gewesen sein. In dieser Zeit hat sie und ihr Departement nicht den geringsten Erfolg in der Sache verzeichnen können. Ganz im Gegenteil. Ihre konsequente Trägheit in der Sache grenzt an Arbeitsverweigerung – vielleicht fehlte es ihr und ihrem Departement auch einfach nur an nötigem Mut. Merz bewies diesen Mut, denn Merz kennt den Wert der Freiheit eines jeden Einzelnen. Calmy-Rey ging in Korea über eine Grenze und meinte dazu grössenwahnsinnig: „Es war ein kleiner Schritt, aber ich hoffe, es wird ein großer Schritt für den Frieden in der Region”. Merz hingegen handelte, er nahm bewusst ein hohes Risiko auf sich, zu welchem er auch konsequent steht. Bleibt zu hoffen, dass sich sein Engagement auszahlt und die beiden Geiseln bald wieder Schweizer Boden unter den Füssen haben werden.

Für mich steht fest, ich werde in einigen Jahrzenten meinen Enkelkindern von einem kleinen aber dennoch grossen Bundespräsidenten erzählen. Einem Bundespräsidenten der den Mut hatte, für die Freiheit anderer etwas zu riskieren.

Herr Bundespräsident Hans-Rudolf Merz, ich ziehe den Hut vor Ihrem Engagement und Ihrem Mut.

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Datum: Freitag, 28. August 2009 12:00
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