Zensur wäre wirksam

Unbestritten, unsere Gesellschaft ist kompliziert geworden. Eine Unmenge an Informationen prasselt auf uns herein, ob wir wollen oder nicht. Wir können sie kaum kanalisieren oder verarbeiten, wissen uns kaum mehr zu wehren. Auch unsere Kinder und Jugendlichen sind dieser Unmenge an Information und Eindrücken ausgesetzt, selbst wenn Eltern versuchen, sie davor zu schützen. «Wohlstandsverwahrlosung» wird dieses Phänomen genannt. Diese «Komplexität der modernen Welt» sei denn auch der Grund, der zu «wachsendem Betreuungsaufwand des Staates» führt. Überforderte Eltern, überforderte Jugendliche, Chaos und Gewaltexzesse. Immer häufiger lesen wir davon. Versagen die Eltern oder der Staat?

Die können Eltern ihren Kindern und Jugendlichen Grenzen setzen, wenn ihnen, vom Staat goutiert, permanent eine grenzenlose Welt vorgeführt wird, sie in einer Gegenwart aufwachsen, in der alles Wünschbare als nötig und machbar angepriesen wird, wo verrückteste Filmszenen mit Mord und Totschlag während 24 Stunden durch die Wohnstube flimmern?

Ich erlaube mir die provokative Frage: Kann der Staat nur mit «wachsendem Betreuungsaufwand» reagieren? Wäre es nicht sinnvoller, endlich Ursachen anzugehen? Eine Zensur bei der Werbung und Aussendung von Gewaltfilmen auf dem Sendegebiet der Schweiz und ein striktes Verbot von Gewalt-Videogames wäre technisch machbar.

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Datum: Montag, 20. Juli 2009 8:00
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2 Kommentare

  1. 1

    [...] mittels TV-Werbung permanent berieselt bzw. erschreckt werden. Dies wurde meinerseits in benanntem Leserbrief angesprochen, denn auch dieses Thema muss öffentliche diskutiert werden und steht nicht in [...]

  2. 2

    Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Gewaltfilmen und Games und Gewalttätigkeit. Nachweisbar existiert aber der Zusammenhang zwischen mangelhafter Erziehung und geistiger Verwahrlosung. Wir müssen die Eltern in die Pfilcht nehmen – zwei Jobs, jeden Abend in den Ausgang und jedes Jahr 2 Wochen Karibik geht nun mal nicht mit Kindern. Lernen die Liberalen heutzutage nicht mehr, dass die Freiheit des einzelnen aufhört, wo die Freiheit des anderen anfängt?

    Vor allem aber – wer kontrolliert die Zensur? Wer definiert, was akzeptabel ist und was nicht? Die FDP? Wir dann das Marco Fischer Wahlvideo auch verboten? Wir brauchen keinen Staat der uns bemuttert – das sollte den “Liberalen” ja wohl gefälligst zuoberst auf dem Banner stehen.

    Und noch was: über die angebliche “technische Machbarkeit” können wir gerne weiter diskutieren (respektive lachen). Es wäre ansatzweise dann machbar, wenn wir jeden Internetanschluss in der Schweiz 24h aktiv überwachen. Das funktioniert im Moment grad knapp in China (und auch dort kann es mit einfachen technischen Mitteln, z.B. einem Browser Plugin umgangen werden). Will das die FDP?

    Vorschlag: googeln Sie mal nach TOR.

    )Ich bin übrigens im allgemeinen FDP Wähler)

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