Fängt die Jugendgewalt bei der Erziehung an?
Seit Jahren spricht Mann und Frau über Jugendgewalt. Während den vergangenen Tagen haben uns die Medien mitgeteilt, dass Jugendliche aus der Schweiz einen Geschäftsmann im deutschen München verprügelt haben. War dies ein Ausnahmefall?
Nein! Auch im Kanton Luzern gibt es jugendliche Gruppen, die bereits handgreiflich geworden sind. Gehören Schlägereien und Bedrohungen zum Alltag der heutigen Jugend? Müssen in unserem Staat neue und vor allem härtere Gesetze gegen Jugendgewalt geschaffen werden? Zu diesem Thema gibt es etliche Fragen, die nicht auf einen „Schlag“ beantwortet werden können.
Seit den letzten 10 Jahren habe ich folgende Entwicklung festgestellt. Unsere Gesellschaft befindet sich in einem Umbruch und die traditionellen Wertvorstellungen sind am zerfallen. Familien fallen auseinander, man kennt die Nachbarn nicht mehr und viele Jugendliche leben in einem anonymen Umfeld. In der heutigen Zeit wachsen die Jugendlichen mit allen möglichen elektronischen Medien auf. Kaum von der Schule nach Hause gekommen, kommt der Griff zum Fernseher. Hemmungslosigkeit, Gewalt und Rücksichtslosigkeit gibt es nicht nur im Abendprogramm zu sehen. Falls der TV nicht das gewünschte Programm zeigt, gibt es im World Wide Web (Internet) tausende von Seiten, wo es Bilder, Lieder, Videos und Berichte anzusehen gibt. Ich bin überzeugt, dass die Hemmschwelle durch die erwähnten Gründe ziemlich tief geworden ist.
Die Erziehung macht nicht der Fernseher, der Computer und schon gar nicht die Schulbehörden! Die Erziehung der Kinder liegt in der Obhut der Eltern. Ist die Jugendgewalt eine Zeiterscheinung, welche durch die Politik mit Gesetzen geregelt werden muss? Soll die Politik entscheiden, wer fähig ist ein Kind zu erziehen? Es wäre falsch, wenn wir denken, dass früher alles besser war. Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, in welcher wir alles unternehmen müssen, um nicht stehen zu bleiben. Jeder einzelne muss dazu beitragen, dass gemeinsam ein Ziel erreicht werden kann und dies ist in einer Erziehung kaum anders.
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