Dienstag, 15. Mai 2012 14:39
Schon im Vorfeld war klar, dass das Thema Weiterentwicklung der Hochschulen (Planungsbericht) im Mittelpunkt der Session stehen wird. Dem war auch so!
Vor gut 10 Jahren stellte die Idee des „Campus Luzern“ die Ampel auf grün für die Errichtung der Uni Luzern. Darunter verstand man einerseits die Durchlässigkeit zwischen allen Bildungslehrgängen, aber auch die Zusammenarbeit, die gegenseitige Abstimmung, die Synergienutzung, die Koordination der Immobilien, der Informatik etc. Was ist aus dieser eigentlich genialen Idee geworden? Die Uni wurde geschaffen, sie hat sehr guten Erfolg - wie auch die Hochschule Luzern und die dritte Säule des Hochschulstandorts Luzern, die PHZ, bzw. die pädagogische Hochschule Zentralschweiz. Aber wo bleibt dieses positive Zusammenwirken? Die Luzerner mussten über die Medien erfahren, dass zwischen Uni und Hochschule überhaupt kein Austausch stattfindet, dass jeder versucht, sein eigenes Schäflein ins Trockene zu bringen und sich gegenseitig bekämpfen. Das ist eigentlich eine Schande und eher peinlich – vor allem aber wirklich unverständlich und lässt den Kopf schütteln.
Der Planungsbericht Hochschule zeigt auf, dass die Uni, um weiterhin erfolgreich zu sein, wachsen muss – sie wird dann immer noch die kleinste Uni der Schweiz bleiben. Die Frage stellt sich, wo und wie sie wachsen soll. Hier gehen die Meinungen weit auseinander – Psychologie, Technik, Medizin oder eben Wirtschaft, wie es der Bericht vorschlägt. Begründet wäre es gut und nachvollziehbar – aber eben eine Wirtschaftsfakultät an der Uni wurde öffentlich von der gleichen Abteilung der Hochschule bekämpft – aus Angst vor Konkurrenz! Ist es nicht so, dass Konkurrenz das Geschäft belebt und sich die beiden Abteilungen gegenseitig ergänzen, fördern und beleben könnten? Ist es nicht sonderbar, dass genau an einer Wirtschaftsabteilung der Grundsatz der Konkurrenz nicht bekannt zu sein scheint!
Nun, wäre die Grundidee des „Campus Luzern“ in den letzten 10 Jahren verfolgt und gelebt worden, wäre die Diskussion um die Weiterentwicklung der Uni und der Hochschule geeint und stark daher-gekommen! Dem war also nicht so! Der Planungsbericht wurde nur mit einer knappen Mehrheit (62: 51) nicht zurückgewiesen! Dass die Idee „Campus Luzern“ so sträflich vernachlässigt wurde, ist auch eine Führungsschwäche oder ein Führungsfehler des Regierungsrats.
In der nachfolgenden Diskussion wurden unzählige Bemerkungen zum Planungsbericht diskutiert und hauptsächlich zurückgewiesen. Wichtig war die Überweisung einer Bemerkung von Andreas Moser, die verlangt, dass die Wirtschaftsfakultät erst eingeführt wird, nachdem ein gemeinsames Konzept erarbeitet wurde, das Klarheit schafft über inhaltliche Differenzierung, die komplementären Ange-bote, sowie die möglichen Synergien im Bereich Lehre, Forschung und Weiterbildung.
Schlussendlich wurde der Planungsbericht Hochschule mit 62 : 44 zur Kenntnis genommen. Das Resultat zeigt die Diskrepanz in der Diskussion auf! Auf den Bildungsdirektor, sowie auf Uni und Hochschule wartet ein gut geschnürtes Päckli Arbeit! Es muss einiges geleistet und aufgezeigt werden bevor die Uni ihren Weg in die Zukunft gehen kann.
Irene Keller, Kantonsrätin FDP, Vitznau